Autor: wamrhein

VRPA.shop – Die Geno Bot-Marktplattform

Genossenschaftliche Marktplattform für Robotic-Lösungen gestartet

Sinkende Erträge, die anhaltende Niedrigzinspolitik und der stetig steigende Wettbewerb durch die Direktbanken und neue Marktteilnehmer zwingen die Banken den Rotstift bei den Aufwandspositionen anzusetzen. Ein interessanter Hebel sind die Prozesskosten.

Neben der voranschreitenden Automation der Prozesse im Kernbanksystem sowie den Möglichkeiten des Business-Process-Outsourcing, also der Auslagerung an einen zentralen Produktionspartner, steht den Genossenschafts-banken nun eine weitere Leistungssäule im Kampf gegen die Prozesskosten zur Verfügung.

Prozessautomation in Genossenschaftsbanken 

Schon seit einigen Jahren nutzen auch Volks- und Raiffeisenbanken digitale Helfer für die Automatisierung aufwändiger manueller Eingaben. Robotic Process Automation, oder kurz RPA, nennt sich die Technologie, mit der manuelle Eingabe-Prozesse automatisiert werden. Dabei arbeiten digitale User, sogenannte Bots, fast wie von Geisterhand repetitive Prozesse selbständig ab. Laut einer BVR-Studie aus dem Sommer 2020 beschäftigen sich bereits über 1/3 der genossenschaftlichen Primärbanken mit dem Thema RPA. 14% der befragten setzten Robotic Process Automation bereits ein.

Durch den Schulterschluss des IT-Dienstleisters Atruvia AG mit ihrem neugegründeten Tochterunternehmen BMS Corporate Solutions GmbH sowie den zwei Primärinstituten Hannoversche Volksbank eG und Berliner Volksbank eG wird nun eine zentrale Marktplattform (www.vrpa.shop) für den Austausch und Handel von Bots.

Leistungsangebot wird ausgebaut

„Die Marktplattform bietet Volks- und Raiffeisenbanken als auch allen Marktkunden des IT-Dienstleisters Atruvia AG ein umfassendes Leistungsangebot. Der reine Handel von Bots ist nur der Anfang. Zusätzlich zum Kauf und Verkauf von RPA-Lösungen bieten wir den Banken eine Begleitung bei der Installation sowie Wartungsverträge zur Aktualisierung der Softwareroboter. Parallel entwickeln wir aktuell das Angebot von RPA as a Service. Hierbei können Banken, die keine eigene RPA-Infrastruktur und -Kompetenz aufbauen wollen, von einem zentralen Betrieb der Bots durch die Atruvia AG profitieren“, erläutert Jürgen Wache, Sprecher des Vorstandes der Hannoverschen Volksbank.

Daniel Keller, Vorstandsmitglied der Berliner Volksbank ergänzt:Zudem bauen wir die Beratungsangebote aus. Wir werden weitere Workshops und Schulungsangebote auf der Marktplattform anbieten, um Banken von den ersten Gehversuchen mit RPA über die Schulung der Mitarbeiter, bis hin zur Unterstützung bei strategischen Fragestellungen begleiten zu können. Natürlich unterstützen wir auch bei der Umsetzung eigener RPA-Ideen.“

40 Bots in den Startlöchern

Auch die einzelnen Leistungssäulen sollen stetig erweitert werden. Neben den aktuell verfügbaren Bots stehen bereits über 40 weitere in den Startlöchern und werden zeitnah über die Marktplattform angeboten. Dabei setzen die Initiatoren auf zusätzliche Unterstützung aus anderen Primärbanken, die sich ebenfalls mit dem Thema Robotic-Process-Automation befassen. Alle Banken sind ausdrücklich dazu eingeladen, die Marktplattform gemeinsam weiter zu befüllen.

Genossenschaftlicher Gedanke beflügelt

Den methodischen Aufbau der Marktplattform beschreibt Dr. Andreas Siemes, Geschäftsführer von BMS Corporate Solutions: „Wir arbeiten bei dem Aufbau der Marktplattform mit agilen Methoden. In der Zusammenarbeit mit der Atruvia AG und den Primärinstituten Hannoversche Volksbank eG und Berliner Volksbank eG war es das gemeinsame Ziel, schnell mit einem ersten mehrwertstiftenden Leistungsangebot an den Start zu gehen. Dazu bieten wir zunächst ausgewählte Bots zum Kauf über die Marktplattform an. Gleichzeitig wird der VRPA.shop schrittweise ausgebaut. Banken haben bereits die Möglichkeit ihre eigenen Bots über die Marktplattform einzuliefern und ihre Entwicklungskosten so zu refinanzieren.“

Die Beteiligten sehen in der Entwicklung der Marktplattform einen Beweis der Zukunftsfähigkeit der genossenschaftlichen Idee. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“ lautet das berühmte Zitat von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einem der Gründerväter der Genossenschaften. Mit der Marktplattform als Lösung rund um RPA innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe wird dieser Grundgedanke abermals unterstrichen.

FK-Strategie – Film der COMregional 2020

Unser Geschäftsführer Peter Limmer und Klaus Segbers, der für die Entwicklung der Firmenkundenstrategie verantwortlich ist, waren letztes Jahr zu Gast bei der COMregional.
Dabei haben die beiden Matthias Morlock von der Fiducia GAD Frage und Antwort gestanden.

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Dr. Klaus Segbers

Meet the Team

Klaus Segbers ist Teil des Gründungsteams der BMS CS und Partner bei der BMS Consulting. Die meisten kennen Ihn als Leiter des Vertriebs, wer aber wissen möchte, was er in seiner Freizeit macht und welche Chancen, aber auch Herausforderungen er für die BMS Corporate Solutions sieht, sollte jetzt weiterlesen!

Hallo Klaus! Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst uns ein paar Fragen zu beantworten.

Hi! Sehr gerne, ich freue mich über die Gelegenheit. Ich finde es wichtig Transparenz über unsere Arbeit und über die handelnden Personen zu schaffen. Daher habe ich mich sehr über die Einladung gefreut.

Stell dich doch vielleicht zunächst kurz vor. Was sollten die Leute über dich wissen?

Gerne. Ich bin 46 Jahre alt, bin verheiratet und habe drei wunderschöne Hunde. Geboren und aufgewachsen bin ich im Münsterland, nahe der holländischen Grenze. Hier habe ich auch meine Ausbildung bei der Volksbank Vreden gemacht. Ich bin also überzeugter Münsterländer und das Thema Regionalität hat mich schon immer sehr geprägt. Ich glaube an die Vielfalt der Regionen und bin der Meinung, dass es wertvoll ist diese auch zu fördern und zu bewahren. Daher bin ich auch fest überzeugt von der Idee des genossenschaftlichen Modells. Auch wenn wir – und das muss man dazu sagen – es im modernen Zeitalter natürlich neu interpretieren müssen.

Ja, sehr spannend. Du hast gesagt, du bist überzeugter Münsterländer. Was magst du besonders am Münsterland?

Ich mag die Landschaft und die Menschen. Ich genieße den vertrauensvollen und entspannten Umgang untereinander. Außerdem gefällt mir das persönliche Miteinander, im Gegensatz zum – vermeintlich – Anonymen einer Großstadt.

Wie entspannst du dich, wenn du nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommst?

Ich freue mich dann Zeit mit meiner Frau verbringen zu können, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Spaziergang mit den Hunden. Darüber hinaus koche ich unheimlich gerne. Allein schon Gemüse zu schneiden oder Fleisch anzubraten hat für mich echt etwas entspannendes und hilft mir nach der Arbeit runter zu kommen. Im Vergleich zu dem Abstrakten, was unsere Arbeit ja sonst häufig so mit sich bringt ist das mal eine ganz andere und eher haptische Tätigkeit.

Was landet denn bei dir im Topf, wenn du kochst?

(lacht) Wir sind überzeugte Fleisch-Esser. Auch wenn das vielleicht politisch nicht ganz korrekt ist, weiß ich ein gutes Stück Rindfleisch in seinen verschiedenen Variationen doch sehr zu schätzen.

Du hast eure Hunde angesprochen. Wie kommt es, dass ihr gleich drei Stück habt?

Das hat sich mit der Zeit so ergeben. Ich habe meiner Frau zu Weihnachten irgendwann den ersten Hund geschenkt. Auf der Suche nach der passenden Rasse sind wir dann bei Havanesern gelandet. Das war ein so durchschlagender Erfolg, dass meine Frau irgendwann damit begonnen hat die Rasse zu züchten. Dementsprechend haben wir dann noch zwei Hündinnen dazu bekommen und so kommt man dann zu einem Haushalt mit drei Hunden. Die Hündinnen sind mittlerweile aber im wohlverdienten Ruhestand. So gesehen haben wir im Moment eher ein Rentner-Team zuhause (lacht).

Spannend! Gibt es sonst noch überraschende Hobbies, die man mit dir verbinden kann?

Oh ja, ich bin großer Fußball-Fan. Ich habe selbst viele Jahre gespielt und bin leidenschaftlicher HSV-Fan, was allerdings im Laufe der vergangenen Jahre eher in eine Art Hass-Liebe abgedriftet ist. Die Leidenschaft für den HSV lehrt jedenfalls eine gewisse Leidensfähigkeit.

Das glaube ich! Sprechen wir über den Beruf. Die BMS-CS ist jetzt 50 Tage alt. Wie ist dein Eindruck?

Mein Eindruck ist zunächst mal absolut positiv! Wir haben auf beiden Seiten ein wirklich gutes Gründungsteam gefunden. Wir kommen ja zu gleichen Teilen aus BMS und aus der Atruvia und ich glaube, wir haben wirklich die richtigen Leute an Bord. Ich spüre einen gemeinsamen Spirit und merke, dass wir an die gleichen und – aus meiner Sicht – richtigen Ideen für das Firmenkundengeschäft glauben. Wenn ich in den Banken und Verbänden unterwegs bin, spüre ich, dass uns ein echter Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird.

Ich bin überzeugt, dass wir sehr viel PS im Unternehmen haben. Was uns aber gelingen muss, ist diese PS auch auf die Straße – beziehungsweise aufs Wasser – zu bringen. Wir wollen ja ein „Schnellboot“ sein und ich weiß, das können wir auch. Noch sind wir es aber nicht immer. Deshalb müssen wir als Gründungsteam gemeinsam daran arbeiten, dass wir die Dinge, die wir uns vornehmen auch gemeinsam in die Umsetzung bringen.

Beschreibe doch mal die Situation als du zum ersten Mal von der BMS CS gehört hast.

Da ich Partner bei der BMS Consulting bin, habe ich bereits sehr früh von den ersten Sondierungsgesprächen erfahren, die damals auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene stattgefunden haben. Ich war dann auch sehr früh in die gemeinsame Erarbeitung des Zielbildes involviert. Das war so Ende 2019.

Was waren deine Gefühle damals?

Meine ersten Gedanken dazu waren tatsächlich ambivalent. Zum einen natürlich sehr positiv, da ich glaube, dass die Idee des Zusammenschlusses auch ein Sinnbild einer veränderten Kultur und Strategie in der Atruvia war, die ich sehr begrüße. Ich glaube das geht absolut in die richtige Richtung. Auch für uns als BMS Gruppe stecken in diesem Zusammenschluss natürlich sehr viele Chancen.

Ambivalent aber deshalb, weil wir wissen, dass es auch eine sehr große Aufgabe mit einer hohen Verantwortung ist und dass sich beide Seiten natürlich auch ein Stück weit einander annähern müssen. Wir haben in der Vergangenheit ja auch schon zusammengearbeitet. Das hatte gute Seiten, aber auch solche, die noch nicht optimal waren. Von daher muss man bei einem solchen Zusammenschluss auch immer schauen ob und wie es am besten funktioniert und darf ein so maßgebliches Thema nicht naiv angehen. Für mich war allerdings von Anfang an klar, dass ich in diesen Prozess involviert- und ein Teil davon sein möchte. Nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit kann ich aber sagen, dass ich sehr optimistisch in die Zukunft blicke.

Wie interpretierst du deine neue Rolle? Was sind deine Aufgaben in der BMS CS?

Letzen Endes bauen wir ja gerade ein Unternehmen auf und interpretieren uns dabei selbst auch ein Stück weit als Start-Up, allerdings mit bereits bestehenden Kundenstrukturen und einem existierenden Markt. Daher sehe ich meine Rolle darin den Unternehmensaufbau mit voran zu treiben, ein stückweit Koordinator zu sein und die Stränge zusammen zu bringen. Ich möchte aber auch mit den Kollegen zusammen Enabler sein und für die bestehenden und noch kommenden Kollegen die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir gemeinsam erfolgreich sein können.

Darüber hinaus komme ich ja aus dem Vertrieb und Consulting und weil wir unsere Lösungen „end-to-end“ anbieten wollen, gehört auch das Erklären unserer Produkte und das Schaffen der nötigen Rahmenbedingungen bei unseren Kunden für mich dazu. Ich sehe mich ergänzend sehr stark in der Verantwortung speziell diesen Bereich aufzubauen.

Welcher Bereich interessiert dich neben dem Vertrieb besonders?

Ich freue mich in der neuen Rolle auch verstärkt darüber nachzudenken wie das Firmenkundengeschäft der Zukunft aussieht. „Was sind die Anforderungen der Firmenkunden und der Banken?“ und „Was heißt das letztendlich für unser Lösungs- und Leistungsportfolio?“. Egal ob das Software-Lösungen z.B. im Bereich Finanzierung oder Zahlungsverkehr sind, oder im Hinblick auf die Frage „Wie bringen wir unsere Leistungen in Wirkung?“. Diesen strategischen Blick maßgeblich prägen und treiben zu können ist für mich sehr spannend.

Das klingt sehr vielversprechend und ambitioniert. Bislang wart ihr mit eurem Produkt MinD.banker seitens BMS ja eher in der Challenger-Rolle. Jetzt habt ihr die Chance Dinge anders und besser zu machen. Was genau möchtest du denn anders machen?

Aus der BMS-Perspektive würde ich sagen, dass wir uns noch stärker damit beschäftigen müssen, Dinge auch end-to-end zu denken. Bislang hörte unsere Verantwortung, zumindest in der Softwareentwicklung, immer an der Schnittstelle zum Kernbanksystem auf. Das ist jetzt natürlich anders und es gibt insofern auch keine Ausrede mehr. Jetzt können wir die Dinge vollständig aus Kundenperspektive denken und so den bestmöglichen Nutzen generieren. Wir können erst dann zufrieden sein, wenn wir Dinge in Wirkung bringen und unsere Lösungen auch tatsächlich genutzt werden.

Als Asset der BMS bringen wir dazu einen absoluten Fokus auf das Firmenkundengeschäft mit. Die Besonderheiten dessen zu verstehen und zu berücksichtigen ist natürlich unser Anspruch. Dabei wollen und müssen wir ein Schnellboot sein. In einer so dynamischen Zeit müssen wir die Dinge besonders schnell denken und vor allem auch umsetzen. Dabei wollen wir extrem kundenorientiert vorgehen. Alles was dem Kundennutzen nicht dienlich ist, ist im Grunde genommen Verschwendung. Die konsequente Umsetzung dieses Mindsets ist es, was wir beisteuern können und wollen.

Wie kann das aus deiner Sicht gelingen?

Wir wollen es gemeinsam schaffen, ein Unternehmertum in das Unternehmen zu bringen, indem wirden Spirit und das Mindset weitertragen und dezentrale Verantwortung ermöglichen. Die Entscheidungen müssen da getroffen werden, wo sie am besten auch getroffen werden können. Dazu braucht es einen organisatorischen Rahmen und eine Kultur, die einem das ermöglicht. Dabei sehe ich auch mich persönlich in der Verantwortung. Ich hatte ja bereits gesagt, dass „die Dinge in Wirkung bringen“ eines unserer zentralen Themen ist und deshalb finde ich es wichtig eine Kultur der (Neu-)Gier zu schaffen. In der FinTech-Welt würde man dazu vielleicht sagen: „Lust auf heißen Scheiß“. Genau diese Lust müssen wir aus meiner Sicht in unsere DNA übernehmen, damit unsere Lösungen nicht genutzt werden, weil es keine Alternative gibt, sondern weil jeder auch Lust hat, unsere Lösungen einzusetzen.

Sehr cool! Vielen Dank für das Interview und dir persönlich sowie dem Team viel Erfolg bei der Umsetzung!

Vielen Dank für die spannenden Fragen! Bis bald!

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